Richtig dehnen Drucken

- oder wann sollte man dehnen

Viele Läufer dehnen vor dem Lauf. Das ist ein Fehler: Ihr könnt Euch davor aufwärmen,
aber dehnen solltet Ihr danach!

Über das Dehnen streitet sich die Wissenschaft. Die einen sagen, es vollbringt Wunder.
Die anderen bestreiten seine Wirkung gänzlich. Erwiesen ist jedoch, dass ein flexibler Muskel,
der regelmäßig gedehnt wird, gegen Verletzungen besser gewappnet ist. Nur sollte man die Dehn-
übungen selbstverständlich richtig ausführen. Dazu gehört auch der richtige Zeitpunkt des Dehnens.

Ein typischer Läuferfehler
An den Startlinien der (Halb)Marathons werden viele Läufer plötzlich zu Stretching-Fanatikern.
Sie stretchen und dehnen in alle Richtungen und das minutenlang. Achtung, das solltet Ihr
besser nicht tun! Denn es kann Eure spätere Laufleistung stark behindern. Macht es besser
wie die Topathleten und lauft Euch warm oder wärmt Euch mit lockeren Sprüngen auf der Stelle auf.
Denn Aufwärmen vor dem Lauf ist sinnvoll, Dehnen dagegen nicht. Im Gegenteil: Aufgrund
der durch das Dehnen verursachten vorübergehend verringerten Leistungsfähigkeit des Muskels
(Absenkung des Tonus) und der Minderung seiner Schutzfunktion (Abklingen des Dehnreflexes)
sollten Stretching-Programme vor Wettkämpfen und Krafttraining nur sparsam ausgeübt werden.

Vor dem Laufen aufwärmen, nach dem Laufen dehnen
Lauft Euch vor jedem Training, vor allem vor den intensiveren Einheiten,
ausgiebig warm (am besten zehn Minuten). Dehnt mindestens nach jedem dritten Training.

Mein Tipp:

Je härter das Training, desto leichter und schonender sollten die Dehnübungen danach sein.
Denn nach einem anstrengenden Training haben sich in den Muskeln feine Risse gebildet,
die durch zu starkes Stretching noch verstärkt werden könnten. Bei leichtem Training kann
das Nachdehnen dagegen intensiver sein.

Jürgen Müller